Sonntag, 21. Februar 2010

Tanuki again

Mein erster Tanuki mit juniperus chinensis hatte am Stammansatz leider Birnengitterrost. Den Ast hatte ich zwar vollständig entfernt, konnte aber nicht sicher sein, wie weit sich der BGR noch in der Pflanze ausbreitet. Da es sich um mein erstes Tanuki-Projekt handelt und ich noch dazu eine so wunderbare Tanuki-Wurzel hatte, wollte ich auf jeden Fall eine gute Ausgangsbasis schaffen. Also alles wieder rückgängig machen und einen neuen Versuch wagen - diesmal mit einem BGR-resistenten jungen juniperus chin. var. blaaws. Die Fräsbahnen in der Wacholderwurzel haben wir grundsätzlich wiederverwendet, lediglich stellenweise erweitert, da die Ruten der neuen Pflanze kräftiger und zudem zahlreicher sind.

Ansonsten gingen wir schrittweise genauso vor wie beim ersten Mal - nun hatte ich ja Übung ;-).

Zum Schutz vor Feuchtigkeit und für die bessere Standfestigkeit der Wurzel habe ich Felsauflagen als oberflächliches Fundament über dem Lavasplit genutzt.

Die langen Ruten wurden vorsichtig gedrahtet und in eine erste Grundgestaltung gebracht. Ansonsten soll der juniperus sich nun erstmal über Jahre gut in die Wurzel einwachsen. Jetzt heißt es abwarten und betreuen.







 

Felsauflagen zur Unterstützung 




Vorderseite 
Rückseite 
 Seitenansichten 

Freitag, 1. Januar 2010

Tanuki



Der Tanuki/juniperus chinensis ist nun  eingepflanzt in Lavasplit, gemischt mit einem Teil Spagnum. In der flachen Trainingsschale hat das Arrangement genügend Platz zum weiteren anwachsen und setzt hoffentlich viele neue Wurzeln. Der Tanuki berührt nur zu einem sehr kleinen Teil die Lava, so dass wenig Verbindung zur Feuchtigkeit beim Gießen besteht. Das dient hoffentlich dazu, dass das Holz noch lange Bestand hat. Jetzt heißt es warten!

Samstag, 26. Dezember 2009

Tanuki with juniperus chinensis

...

....gewählte Vorderseite der Wacholder-Wurzel, die Hauptkrone soll auf der links aufstrebenden Wurzelspitze enstehen, eine Nebenkrone bzw. gewichtige Astetage über der vorne nach rechts oben verlaufenden Wurzelbahn...


...Rückseite...



Detail....von unten kommend verläuft später der Hauptast hinter der oben rechts abbiegenden Wurzel nach links dem aufsteigenden Kamm folgend bis zu dessen Spitze...der untergeordnete zweite Hauptast verläuft als Saftbahn nach rechts abbiegend in der natürlichen, etwas vertieften Furche vor der rechts aufsteigenden Wurzel...


junipers chinensis vor dem Einpassen...

...

...Wurzelballen mit darüberbefindlicher gefräster Furche vom Wurzelboden aufsteigend für den Hauptast... 




....das Einpassen des juniperus an der künftigen Frontseite der Wurzel von unten beginnend...







...

....Einpassen der Saftbahn an der Fronseite des Tanuki... 


...Rückseite des verheirateten Tanuki.. 

...

....der auf  auf dem Kamm nach links verlaufende Hauptast als zukünftige Saftbahn....


....Frontansicht des "verheirateten" Objekts vor dem Einpflanzen....

In der ruhígen Winterzeit nach den letzten yamadori-Aktivitäten (einige quercus robur pre-bonsais fanden den Weg in meinen Garten ;-) Fotos folgen später) habe ich mich mit dem Thema tanuki beschäftigt. Als ambitionierte Bonsai-Anfängerin interessierte es mich sehr, wie ich ein schönes Stück Fundholz mit einem dazu passenden prebonsai so "verheiraten" kann, dass daraus eine glaubwürdige, stimmige Einheit entsteht, die nach einiger Entwicklung und Gestaltung einen interessanten Bonsai ergibt. Ich hatte zunächst bestimmte Bilder im Kopf, wie das Resultat ungefähr aussehen soll, ohne zunächst etwas über die Technik zu wissen: ein möglichst skulptural interessantes Stück Holz, dass allein schon sehr ansprechend wirkt und eine gute Geschichte zu erzählen hat. Es sollte gleichzeitig entsprechend hart sein, damit es möglichst lange hält und sich der ganze Aufwand lohnt. Außerdem wollte ich nicht mit Chemie konservieren, sondern das Naturholz in seiner eigenen Wirkung belassen. Lediglich einmal im Jahr mit Wasser und Bürste abschrubben soll reichen, um das Holz zu säubern. Da ich kein passendes Objekt hatte, hieß es also möglichst altes hartes Eichenholz im Wald suchen, oder warten bis ich in einem Urlaub oder auf einem Tripp in Zukunft irgendwann mal ein passendes Stück Wacholder- oder Olivenholz finde. Dietmar hat mir die Arbeit erleichtert und mir eine sehr schöne alte Wacholderwurzel aus Korsika geschenkt - ein wirklich skuriles Stück, dass noch Spuren eines Brandes aufwies und schon lange beim ihm im Garten lag. Dazu passend suchte ich in der Baumschule einen jungen juniperus chinensis mit möglichst langen Ästen aus. Nach einigen Recherchen über Tanuki-Techniken entschied ich mich für das Anschrauben der beiden Haupt-Äste als lebende Saftbahnen in zuvor ausgefrästen Furchen an der Wurzel.

Vielen Dank an dich Dietmar für das Geschenk und deine tatkräftige Unterstützung. Mit 2 Händen allein ist diese Technik schwer auszuführen ;-)

Nach dem Einpflanzen ( erledige ich den nächsten Tagen - Foto folgt) soll das Objekt nun erstmal einige Zeit frei wachsen, damit sich der junge juniperus gut in die gefrästen Furchen der Wurzel einwächst und kräftig an Verzweigung und Laub zunimmt. Erst dann werde ich sehen, wie die weitere Gestaltung im Detail aussehen kann. Seine Hauptäste sollen  später die beiden lebenden Saftbahnen auf der alten Wacholderwurzel bilden und mit ihr eine natürliche Einheit bilden.

Noch sieht das vorläufige Ergebnis wild aus und läßt nicht viel von der angestrebten endgültigen Form erkennen. Aber jetzt heißt es erstmal abwarten. Dies ist ein erster Versuch und ich bin gespannt wie es klappt....hoffentlich überlebt der juniperus!!!

Mittwoch, 18. November 2009

Yamadori picea abies II

Beim yamadori im französischen oberen Jura konnte ich 2 verheißungsvolle piceas mitnehmen. Die erste hab ich im vorherigen post beschrieben. Diese hier ist um einiges kleiner, aber auch sie eigenwillig gewachsen und mit charaktervoller Ausstrahlung wie ich finde. Nun werde ich einige Zeit abwarten und hoffen, dass die piceas gut anwachsen und vital austreiben. Erst dann werde ich sie weiter gestalten. Es fällt mir nicht leicht, auf lange Zeit so geduldig zu sein - das gebe ich zu. Es reizt mich sehr das endgültige Gestaltungsergebnis zu sehen. Eine ungefähre Vorstellung habe ich schon...aber wir werden sehen. Es heißt wie immer - auch hier - der Weg ist das Ziel ;-)


...von der Seite gesehen... 

...momentane Frontansicht....

Sonntag, 8. November 2009

Yamadori Picea abies

Diese picea abies habe ich neben einer zweiten aus dem französischen Jura mitgebracht. Sie wuchs aufgrund ihres Standortes nahezu einseitig dem Licht zu. Ihr interessanter Stammschwung, der kräftige Stammumfang, die vielen Jins und das gute Nebari fielen mir auf und ließen mich sofort an die Gestaltung eines Bonsai in "windgepeitschter" Form denken. Die Entscheidung über die endgültige Gestaltung hab ich noch nicht getroffen, besonders was die Frage anbelangt, ob ich alle 3 Stämme belasse. Ob ich zB. den unteren Stamm zum Jin mache oder den obersten oder vielleicht doch alle 3 Stämme nutze. Zunächst soll die Fichte über einen längeren Zeitraum zeigen, ob sie gut anwächst und erneut wieder vital austreibt. Hoffentlich entwickelt sie sich gut, wenn man bedenkt, dass picea-yamadoris eher als "zickig" und schwierig gelten. Die Zeit wird es bringen und ich drücke die Daumen ;-)


...standort in situ...




...nach dem Ausgraben...

....im neuen pflanzkasten...

Dienstag, 3. November 2009

Fagus sylvatica from the mountains

Auf einem Trip zu meinen Freunden im Breisgau verbrachte ich ein paar wunderbare Tage bei neuen Bonsai-Freunden in der Nähe von Genf. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Philipp und Veronique Le Blanc mit ihrer Familie für die wunderbare Gastfreundschaft! Verbunden damit war der Besuch einer  Bonsai-Ausstellung nahe Genf, die die besten Bonsais der verschiedenen Arbeitskreise in Frankreich und der Schweiz präsentierte. Eine wirklich beeindruckende Show, die von Philipp und seinem Arbeitskreis organisiert wurde!  Auf dem Rückweg durch das französische Jura bot sich die Gelegenheit, einige wenige Mitbringsel für  meine Prebonsai-Sammlung zu besorgen.

Dieser schöne Mehrfachstamm einer Fagus sylvatica stammt von einer Viehweide aus den Bergen, auf der die Kühe durch das ständige zurückfressen eine Vielzahl derartiger Krüppelbuchen entstehen ließen. Aufgrund ihrer schönen Gesamtsilhouette, der vielen Stämme und kleinteiligen Astverweigungen hat es mir die Buche sofort angetan. Sie erscheint recht vital mit einem guten Wurzelballen und weist eine Vielzahl von Blattknospen auf.  Nach dem umwickeln der Wurzeln mit Sphagnum-Moos wurde der Baum in grobkörnige Lavaerde gesetzt. Einen Teil der Blattknospen werde ich proportional zur Wurzelreduktion entfernen und den Baum dann für einige Zeit in Ruhe lassen, in der Hoffnung, dass er vital anwächst. Stammhöhe ca. 1 m, Nebari 0,25 - 0,30 m breit.